| Kessane Gwetadse
Der Gruss kommt von Gott, sagt man in Georgien,
und ich grüsse mit Liebe alle, die sich für meine Freundschaft
entscheiden.
Ich bin Kessane Gwetadse, 10 Jahre, am 5. Dezember werde
ich 11. Ich wohne in Georgien, in Tbilissi.
1999-2000 war ich Stipendiatin der Präsidentenstiftung. Ich besuche die
Staatliche W. Tschabukiani Choreographische Schule, die Abteilung für
Ballett. In der Schule gehe ich in die 5. Klasse. Ausserdem dass ich
Ballett gern habe, bin ich eine kleine Dichterin, Drama-Schriftstellerin
und Malerin. Ich habe über 485 literarische Werke geschrieben, über
200 Gedichte, 115 Märchen (der Großteil davon längere Geschichten),
viele Miniaturen und Skizzen sowie 5 Bühnenstücke (eines davon habe
ich den Ziffern gewidmet), Mathematik mag ich doch nicht.
Ich habe meine eigene Welt – und als Folge "eine
neue Welt" mit ihren 26 Ländern, Sprachen und Liedern. Deswegen
wurde ich im Alter von 7 Jahren und mit 231 Werken als Kandidatin für
Guiness-Buch vorgestellt. Die Antwort haben wir noch nicht erhalten. In
diesem Jahr wurde auf Empfehlung des Schriftstellervereins, des
Bildungsministeriums und über Georgisches Parlament meine Arbeiten nach
England geschickt. Jetzt warten wir auf die Antwort. Hoffentlich bleibe
ich nicht ohne Aufmerksamkeit.
Was meine Malerei anbetrifft, so gegann ich damit mit
eineinhalb Jahren (meine Mutter hat meine ersten Zeichnungen
aufbewahrt). Ich habe eine Menge von Zeichnungen, nehme an verschiedenen
Ausstellungen, in Georgien als auch im Ausland, teil. 1998 habe ich zwei
meiner Zeichnungen ("Mein Traum", "Gerard Depardier")
und ins Deutsche übersetzte Gedichte nach Deutschland geschickt. Diese
wurden in Berlin ausgestellt. Das freut mich sehr. Meine Zeichnungen
wurden auch zweimal nach Polen, Spanien, Bulgarien, Tschechien und die
Schweiz geschickt. Der große Maestro Wladimir Spivakow nahm die von mir
mit 7 Jahren gemalte Zeichnung "Der ewige Kaschchei" 1998 nach
Frankreich mit. Dort wurde sie in Kolmar auf dem Musikfestival "Schaljapin,
Musik, Theater" ausgestellt. Im Jahr 2000 nahm Spivakow meine
Zeichnung "Geburt des Christi" mit, die in Amerika, New York,
Washington und wieder in Frankreich in Kolmar ausgestellt wurde, wieder
auf dem Musikfestival, welches an Michelangelo gewidmet war. Diese
Zeichnung hat der Nachkomme von Marina Zwetaewa, der berühmten
russischen Poetesse, gekauft.
Ich habe viele Diplome und Auszeichnungen 1. Grades, auf
die ich sehr stolz bin. Ich bin auch Autorin des Sammelbandes für
Märchen und Skizzen "Die Sonne, Blumen und das Mädchen".
Dieses Buch hat 132 Seiten und ist mit 66 Illustrationen von mir
versehen worden. Das Buch wird ins Persische, Türkische, Russische,
Litauische, Judische und Asebaidschanische übersetzt, leider nicht ins
Deutsche und Englische. Wenn es Interessenten geben sollte, bin ich
jederzeit bereit. Ich möchte meine Gleichaltrigen erfreuen und noch ein
Buch herausgeben. Das kann sich mein Land heute nicht leisten. Deswegen
male ich nur auf Papier und mit Guasch. Ich hoffe, dass auch meine
Gleichaltrigen und ich so sorgenlos leben werden, wie ihr. Ehrlich
gesagt kann mich diese Situation nicht besonders beim Spielen stören.
Ich fahre oft in mein Dorf Tschicha, wo ich im Gebirge
Pilze und Kastanien sammle. Auch im Fluß bade ich viel. Mir bleibt auch
Zeit fürs Lesen. Das mag ich gerne. Wenn ich einen Computer hätte,
würde ich auch ihm meine Zeit schenken und mit meinen Gleichaltrigen
schriftlich reden können, obwohl ich noch keine der Fremdsprachen
beherrsche, was sehr schmerzhaft für mich ist. Macht nichts, wenn sich
jemand mit mir anfreunden will, lade ich schon jetzt herzlichst in meine
geliebte Heimat und mein schönes Dorf.
Mit Liebe
Kessane Gwetadse
19. September, 2001.
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